Hacker-Angriff auf tschechisches Krankenhaus und COVID-19-Labor

23. April, 2020
Hacker-Angriff auf tschechisches Krankenhaus und COVID-19-Labor

In dieser Zeit, wo das Weltgeschehen durch ein sehr ansteckendes Virus ausgebremst wird, scheuen Hacker oder Hackergruppen sich überhaupt nicht, ihre Cyberangriffe weiterhin durchziehen. Nur ein paar wenige Hacker, wie beispielsweise die Maze-Gruppe, greifen generell keine Gesundheitsdienste an. Andere Hacker dagegen sehen keinen Unterschied zwischen ihren Opfern oder Krisenzeiten: Ein wichtiges tschechisches Krankenhaus, mit einem großen COVID-19 Labor, wurde Mitte März von unbekannten Hackern angegriffen.

Beispiele für Ransomware-Angriffe auf Krankenhäuser gibt es zuhauf. So traf die Ransome-Malware SamSam 2018 zwei amerikanische Krankenhäuser. Im Jahr zuvor wurde das britische Gesundheitssystem schwer getroffen. 2019 wurden Krankenhäuser im US-Bundesstaat Alabama durch Ryuk lahmgelegt. Dieses Jahr ist das Jahr des COVID-19 Virus und die Hacker in aller Welt haben sich schnell angepasst und erfanden spezielle Malware. So bedroht nun CovidLock Android-Telefone, die sich nur gegen Zahlung von 100 US-Dollar in Bitcoin-Währung, freischalten lassen. Wieder andere Malware verleitet Opfer dazu, Überweisungen auf falsche Konten zu tätigen.

Welche Malware gegen die Uniklinik im tschechischen Brno am 13. März eingesetzt wurde, ist noch nicht bekannt. Der Angriff war aber so schwer, dass das gesamte IT-System des Krankenhauses abgeschaltet werden musste und alle geplanten Operationen verschoben wurden. Der Angriff breitete sich auch auf zwei Niederlassungen der Uni-Klinik aus.

Der Ransomware Angriff fand um etwa 2 Uhr nachts statt und die IT-Abteilung des Krankenhauses handelte recht schnell. Über Lautsprecher wurden alle Mitarbeiter um 5 Uhr aufgefordert, sofort die Rechner herunter zu fahren. Sogleich machten sich die IT-Abteilung, Mitarbeiter des Tschechischen Nationalen Zentrums für Cybersicherheit und die Polizei an die Arbeit, das IT-Netzwerk zu reparieren.

Die Uniklinik in Brno zählt zu den wichtigsten COVID-19 Testlaboren im Land. Die Tschechei verfügt insgesamt über 19 solcher Labore. Das Krankenhaus ist seitdem nur eingeschränkt funktionsfähig. Zum Glück hängen einige Labore an separaten IT-Systemen und können weiterarbeiten. Die medizinischen Daten können allerdings nicht verarbeitet werden. Auch die Betreuung von COVID-19 Patienten ist dadurch stark eingeschränkt.

Artikel von 13.03.2020: Czech hospital hit by cyberattack while in the midst of a COVID-19 outbreak
Artikel von bleepingcomputer.com, 14.03.2020: COVID-19 Testing Center Hit By Cyberattack

Beitragsbild: Public Domain, Creative Commons CC0, Pixabay über Pixabay

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